Ein Fingerfoodbuffet für 100 Leute [jawollFood]

 

„Sowas mach ich nie wieder! Wenn ich das nächste Mal sowas anbiete, halt mich auf!“

„Als ob ich das könnte. Es hat dich niemand dazu gezwungen.“

„Ja, aber wie sollen wir das alles schaffen? Das wird mega stressig!“

„Warum planst du sowas denn dann immer?“

„Weil ich es kann! Weil ich gut darin bin! Und weil es am Ende immer geil wird.“

So oder so ähnlich finden seit jeher Dialoge im Hause M statt, wenn ich mal wieder voreilig „Ja“ gesagt habe, wenn ich nach einem kulinarischen Großprojekt gefragt wurde. Sei es eine vierstöckige Hochzeitstorte, ein Dessertbuffet für 100 Leute in der Toskana oder eben ein Fingerfoodbuffet zum Sektempfang einer Hochzeit. Eigentlich fragte mich die Braut, ob ich noch eine Kleinigkeit zum Sektempfang beitragen könnte. Sie würden ein paar Leute fragen, damit genug zusammen kommt. In meinem Kopf ratterte es ganz kurz und ich sah mich zurück schreiben „Weißt du was, wir übernehmen das vollständig als Geschenk an euch.“ Das haben wir davor auch schon mit einfachen Candy Tables gemacht. Ich mag diese Art des Geschenkes sehr, auch wenn es mehr Arebit und Aufwand bedeutet als zwei Scheine in einen Umschlag zu stecken, worüber sich Brautpaare natürlich auch immer freuen. Aber ein Ding weniger, um das man sich bei der Hochzeit kümmern muss, ist doch nicht so schlecht, oder?

In der Vorbereitung des Buffets waren einige Details wichtig: Ort, Zeit, Personenanzahl, Verhältnis herzhaft/süß, Allergien. Ich hatte mich in meiner Lieblingsgruppe auf Facebook schon mal schlau gemacht, wie viele Häppchen pro Person bei so einem Buffet üblich seien. Es stellte sich raus, dass man mit 3-4 Teilen rechnet, was für mich also 350 Teile für +/- 100 Personen bedeutete. Uff, joah, kann man mal machen.

Da die kirchliche Trauung und der abschließende Sektempfang in Oberwälden, einem kleinen Ort nahe Göppingen stattfinden sollte, und wir uns damit mitten drin im Ländle befinden würden, recherchierte ich schwäbische Kleinigkeiten. Und da kommt man nun mal nicht an Nileens Buch Fingerfood Schwäbisch gut* vorbei.

Bei einem Vorgespräch mit dem Brautpaar haben wir uns dann auf folgende Leckereien geeinigt:

  • 80 Stück Mini-Kässpätzlemuffins, aus denen dann Pralinen wurden
  • 80 Stück Mini-Dinnede mit Speck und Zwiebeln (für Nicht-Schwaben hier die Erklärung)
  • 60 (aus denen dann doch 90 wurden) Mini-LKW mit Ketchup/Senf und Essiggurke (Leberkäswecken]
  • 30 Mini-Laugenbrötchen mit Schnittlauchfrischkäse
  • 90 Mini-Hefezopfsandwiches
  • Für die Allergiker: glutenfreie, milchfreie, fructosearme Pfannkuchen mit Zucker und Zimt bzw. veganer Tomatencreme, außerdem milchfreie Tomatendinnede
  • Für die kleinen und großen Kinder  dann noch einen kleinen Candy Table mit Gummitierchen und Schokoriegeln

Ich plante also die Einkäufe bzw. das Zusammenstellen der Tischdecken, Deko, Platten, der Zutaten, der Förmchen, der Candies usw. Ich erstellte einen Zeitplan, rekrutierte Katharina als Assistentin für den Tag davor und machte mir Gedanken über den Transport der Sachen. Dann kam eine dicke Erkältung dazwischen, die uns alle vier aus dem Gleichgewicht brachte, und natürlich meinen Zeitplan durcheinander wirbelte. Aber so ist das Leben, deswegen plane ich auch immer recht großzügig, seit die Kinder da sind, erst recht. Am Ende gelang der Spagat zwischen „Ich muss früh genug anfangen, um alles fertig zu kriegen“ und „Die Sachen müssen so spät wie möglich aus dem Kühlschrank, um möglichst frisch zu sein“ eigentlich ganz gut.

Und wie immer war es dann einfach super. Das Brautpaar freute sich, Gebackenes und Candy Table kamen so gut an, dass nichts übrig blieb. Dachten wir zumindest. Bis wir uns ans Aufräumen machten und noch 35 Mini-Hefezopfsandwiches eingepackt unterm Tisch fanden. Die hat das Brautpaar dann noch auf den Desserttisch gepackt, den wir leider nicht mehr mitbekommen haben, da wir die Hochzeit nach dem Hauptgang Richtung kranker Kinder verlassen mussten.

Außer dem Laugengebäck habe ich alles selber gebacken und bin sehr froh, dass es trotz großer Mengen so gut geklappt hat. Wenn ihr also mal ein Buffet in ähnlicher Form plant, gebe ich gerne Ratschläge, aber sowas mache ich nie wieder. Vielleicht. Eventuell. Mal gucken.

An dieser Stelle noch einmal einen dicken Dank an meinen Mann, der mich in jeder Minute unterstützt und sich mit mir viele Gedanken gemacht hat. Du bist der Beste!

 

*Unentgeltliche Werbung. Kein Partnerlink.

2 Gedanken zu “Ein Fingerfoodbuffet für 100 Leute [jawollFood]

  1. Absoluter Wahnsinn. Aber ein bisschen verrückt ist das ja schon so was großes auf die Beine zu stellen.
    Da ich auch viel beim Feiern organisieren im Freundeskreis unterstütze und da mittlerweile auch schon einiges verrücktes mitgemacht habe weiß ich was da an Arbeit hinter steckt. Wahnsinn!!!
    Sieht aber auch verdammt köstlich aus und vor allem finde ich das sehr schön zusammen gestellt.
    Liebe Grüße
    Meli

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